Escrima

Großmeister Rene Latosa


Kampfkunstsysteme werden nicht über Nacht entwickelt. Ganz im Gegenteil nimmt die Bildung einer festen Grundlage viel Zeit in Anspruch, denn ein effektives, vollständiges Kampfkunstsystem braucht mehr als nur einen Namen und etwas herumwirbelnde Technik. Latosa Escrima hatte deshalb mehr als zwei Jahrzehnte des Testens und des Entwickelns erlebt, bevor Rene Latosa dem System seinen Namen verlieh.

Das Latosa Escrima System

Die Philosophie hinter dem Latosa Escrima ist sehr einfach: das Ganze ist immer größer als die Summe seiner Teile. Zum Beispiel funktioniert eine Technik allein ohne die Verbindung zu Gleichgewicht, Kraft, Geschwindigkeit, Fokus, Timing und Haltung nicht. Verbindet man hingegen diese Elemente, ist das Resultat „das Ganze“ , welches normalerweise viel wirksamer ist als es allein die Summe der Teile sein würde. Aus diesem Grund sind die Techniken, wie sie in diesem System geübt werden, nur die Hilfsmittel um die dahinterstehenden Ideen zu verstehen, zu akzeptieren und zu behalten. Allein die Anzahl der verschiedenen durch einen Menschen gemeisterten Techniken vergrößert allerdings sein Niveau und seine Kompetenz in diesem System noch nicht. Denn Techniken sind nur Bewegungen zum Üben, sie haben jedoch mit dem richtigen Kampf noch nichts zu tun. Das äußerste Ziel der Kampfkünste ist, eine effektive Zusammenarbeit Ihrer geistigen, physischen und technischen Fähigkeiten zu erreichen. Das Ziel des Latosa Escrima Systems ist es, aus Ihnen einen guten Escrimador zu machen, der kreativ denkt und zuvorkommend reagieren kann, anstatt sich mit Informationen überfordern zu lassen.

Escrima ist der ursprüngliche unter der Flagge der Philippinischen Kampfkunstgesellschaft – PMAS – gebräuchliche Name. Der Name änderte sich zu „Kampf – Escrima“, als das System durch die Konzepte der Kraftausnutzung und der Kampfrealität beeinflusst wurde. Kampf Escrima kennt nur ein einziges Ziel: SIEGEN. Dieses Ziel erwies sich als sehr wertvolles Vermögen. Der Einschüchterungsfaktor des Namens „Kampf – Escrima“ brachte den Schülern nah, daß sie sich verteidigen mußten. Jedoch, gerade das Ziel des wirklichen Gewinnens, begrenzte die weitere Entwicklung des Systems und zukünftiger Ausbilder. PMAS erzeugte zwar ausgezeichnete Kämpfer und Weltmeister, aber scheiterte daran, eine ausreichende Anzahl gut entwickelter Ausbilder heranzuziehen. Durch das Kasten-Konzept der PMAS wurden kompetente Kämpfer entwickelt, aber die PMAS scheiterte daran, die individuellen Zutaten herauszufiltern, die das Endprodukt ausmachen. Rene Latosa verbrachte seine Zeit damit, die Hintergründe hinter den Techniken zu verstehen, die Konzepte des Escrimas herauszuarbeiten und effektive Lehrmethoden zu entwickeln und zu pflegen.

Aus heutiger Sicht

In den frühen Stufen der Entwicklung des Latosa Escrima, waren die kraftvollen Techniken der Schlüssel, die Idee der Anwendung der Konzepte war hingegen sekundär. Als die Konzepte der Schlagkraft: harte Abwehren, Übertragbarkeit auf die verschiedensten Waffen, Gleichgewicht und Haltung immer dominierender wurden und entwickelte sich für das System eine neue Sicht. Es war sehr wichtig, positiv und überzeugt von dem zu sein, was man bisher erlernt hatte. Dies erwies sich als Vorteil in einer gefährlichen Situation. Diese frühe Stufe des Latosa Escrima war wirksam und trug zum Ruf seiner kämpferischen Schüler bei. In seinen Klassen in San Francisco lehrte Rene Latosa jedem seiner besten Schüler unterschiedliche konzeptionelle Stile mit einer Spezialisierung (lange Stöcke, Messer, doppelte Stöcke, Kontaktkampf, Schwerter, etc.). Sein Ziel war sicherzustellen, dass die Schüler zusammenarbeiteten.
Somit kannte jeder Schüler ein Stück des Rätsels, aber keiner konnte behaupten, dass er alles kennt. Das Produkt, Latosa Escrima, schien nicht vollständig.

Es gab ein noch unbekanntes Element, das die philippinische Kunst von allen anderen Kampfkünsten unterscheidet und sie mit allen Kampfkünsten verbindet. Es waren nicht die Techniken, da die Techniken der meisten Kampfkunstsysteme verschieden sind. Es war nicht die Möglichkeit, von den „leeren Händen“ zu „den Stöcken“ zu wechseln. Was genau war es dann? Die Suche nach der Antwort wurde die treibende Kraft in der Entwicklung des Latosa Escrima. Es waren die Konzepte, die eine wichtige Rolle in der Wirksamkeit der philippinischen Kampfkünste als Ganzes spielen mußten. Rene Latosa benutzte immer Kampfkonzepte kombiniert mit den Techniken. Die Techniken wurden die Werkzeuge, um die wichtigen Konzepte zu lernen. Rene Latosa ist fest davon überzeugt, daß sein System in jeder gegebenen Situation, unabhängig von der Person, die sich in verschieden-artigen Gefahren befinden kann, funktioniert. Er hat die meisten seiner Spitzenausbilder ermächtigt, Lehrmethoden von dem zu entwickeln, was er selbst gelehrt hat. Er ist ein Visionär und der Führer des Systems. Wenn einer seiner Ausbilder meint, dass er eine neue Technik oder ein neues Konzept aufgedeckt hat, welches Sekunden schneller zum Ziel führt, ohne andere Eigenschaften zu vernachlässigen, dem hat Rene Latosa seine Erlaubnis gegeben, es in seinen Unterricht aufzunehmen. Die Grundidee des Systems beruht auf den Konzepten von Bewegung, Gleichgewicht, Geschwindigkeit, Kraft, Fokus und Haltung. Das Rückrat des Systems,soweit es um Techniken geht, ist das System, was als das Kasten-System bekannt ist. Es besteht aus fünf Bewegungen, nicht Blöcke oder offensive/defensive Bewegungen, sondern nur Bewegungen. Diese Bewegungen können so aussehen, als seien sie Blöcke, aber in Wirklichkeit sind sie Einmischungsschläge. Die Idee ist, die Bewegungen zu verstehen und sie dann mit allen Konzepten, die im Latosa Escrima gelehrt werden, zu verbinden. Mit nur fünf Hauptbewegungen ist das System einfach, aber die Vielfalt ist endlos.

Zusammenfassung

Rene Latosa als Lehrer, war nie einer, der sich verstecken wollte oder davon Abstand nehmen wollte, das zu lehren, was er gelernt oder entwickelt hatte. Es gibt keine Geheimnisse im Latosa Escrima. Rene Latosa glaubt, dass, wenn eine Person Informationen zurückhält, und er die nächstfolgende Person unterrichtet und diese dann beim Unterrichten ebenfalls Informationen zurückhält, bleibt nichts Substantielles mehr übrig, was es wert ist, unterrichtet zu werden. Rene Latosa findet, dass die Idee, Information zurückzuhalten mit der Unsicherheit des Ausbilders zusammenhängt. Der Ausbilder würde immer noch etwas haben, um es gegen seine Schüler zu benutzen. Die Schüler von Latosa Escrima bemühen sich um Kreativität, Innovation und trainieren sehr hart. Latosa Escrima wird immer in Entwicklung sein. Solange Schüler das Latosa Escrima lernen, wird das System sich weiter entwickeln. Es ist ein fortschrittliches, herausforderndes und anpassungsfähiges System. Die einfache Anwendung des konzeptionellen Lernens wird den philippinischen Kampfkünsten helfen auch in der Zukunft gute Escrimadors zu hervorzubringen.

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